Airbnb-Preisgestaltung: So kalkulierst du Preise, die deine Vermietung tragen

Dein Kalender füllt sich. Eine Buchung nach der anderen kommt rein, die Reinigung läuft auf Hochtouren, und auf deinem Konto landen regelmäßig Auszahlungen. Das fühlt sich erst einmal gut an.

Doch wie viel bleibt davon übrig, wenn du alle Kosten und deine Arbeit berücksichtigst?

Diese Frage entscheidet darüber, ob deine Ferienwohnung wirtschaftlich funktioniert. Ein gut gefüllter Kalender kann zu deinem Ziel passen. Er kann aber auch bedeuten, dass du viel arbeitest und zu wenig verdienst.

Mit einer durchdachten Airbnb-Preisgestaltung bekommst du Klarheit: Welchen Preis brauchst du? Welchen Preis können vergleichbare Unterkünfte am Markt erzielen? Und wann lohnt es sich, von deinem üblichen Preis abzuweichen?

Du musst dafür keine komplizierte Software beherrschen. Eine nachvollziehbare Rechnung, ein genauer Blick auf deinen Markt und eine regelmäßige Kontrolle bringen dich bereits weit. Wir gehen das Schritt für Schritt durch – mit einem Beispiel, das du auf deine eigene Unterkunft übertragen kannst.

1. Verstehe, welchen Preis du eigentlich beurteilst

Wenn du über deinen Nachtpreis nachdenkst, behalte drei Perspektiven im Blick:

PerspektiveDie entscheidende Frage
Gesamtpreis für den GastWas kostet der gewünschte Aufenthalt mit allen anfallenden Gebühren und Abgaben?
Auszahlung an dichWelcher Betrag kommt nach den Abzügen der Plattform bei dir an?
Ergebnis deiner VermietungWas bleibt nach den betrieblichen Kosten und der berücksichtigten eigenen Arbeitszeit?

Diese Beträge erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Der Gast vergleicht seinen Aufenthalt mit anderen Angeboten. Du musst aus deiner Auszahlung unter anderem Reinigung, Ausstattung, Verbrauch und laufende Kosten bezahlen.

Deshalb sagt ein Nachtpreis von 120 Euro allein wenig aus. Drei Nächte mit einem Gästewechsel verursachen andere Kosten pro Nacht als sieben Nächte mit einem Gästewechsel. Eine separat berechnete Reinigung verändert zusätzlich den Gesamtpreis.

Lege zuerst dein Ziel fest: Möchtest du einen bestimmten monatlichen Überschuss erreichen? Deine Wohnung nur an ausgewählten Tagen vermieten? Oder bei begrenzter Arbeitszeit möglichst passende Aufenthalte gewinnen?

Das Ziel hilft dir später bei Entscheidungen. Eine zusätzliche Buchung ist dann wertvoll, wenn sie wirtschaftlich und organisatorisch dazu passt.

2. Sammle deine Kosten in drei Gruppen

Öffne eine Tabelle und ordne deine Ausgaben nach ihrer Ursache. So erkennst du, welche Kosten unabhängig von Buchungen entstehen und welche mit jedem Aufenthalt wachsen.

Monatliche Fixkosten

Dazu gehören beispielsweise Miete beziehungsweise deine angesetzten Objektkosten, feste Internetkosten, Versicherungen und Software-Abonnements. Auch regelmäßig anfallende Verwaltungsarbeit gehört in deine Planung.

Rechnungen, die nur einmal jährlich kommen, verteilst du für die Kalkulation auf zwölf Monate. Bei einer Eigentumswohnung musst du außerdem bewusst festlegen, wie du Finanzierung, Verschleiß und größere Ersatzanschaffungen berücksichtigst. Eine reine Betrachtung der gerade abgebuchten Rechnungen unterschätzt schnell den tatsächlichen Aufwand.

Kosten je belegter Nacht

Hier erfasst du Ausgaben, die mit der Nutzung steigen: etwa einen angesetzten Verbrauch für Strom und Wasser, Verbrauchsmaterialien oder nutzungsabhängigen Verschleiß. Arbeite anfangs mit begründeten Schätzungen und ersetze sie später durch eigene Daten.

Kosten je Aufenthalt

Reinigung, Wäsche und bestimmte Aufgaben rund um die Anreise fallen häufig je Gästewechsel an. Diese Kosten bleiben nicht automatisch gleich, wenn sich die Aufenthaltsdauer verändert. Nach einem langen Aufenthalt kann beispielsweise eine aufwendigere Reinigung nötig sein.

Deine eigene Arbeit hat ebenfalls einen Wert. Wenn du selbst reinigst oder die Gästekommunikation übernimmst, trage dafür einen kalkulatorischen Zeitaufwand ein. Sonst sieht die Rechnung nur deshalb gut aus, weil deine Arbeitsstunden fehlen.

Ordne jede Position genau einmal zu. Wäsche darf beispielsweise nicht vollständig in den Nachtkosten stecken und anschließend noch einmal als vollständige Wechselpauschale auftauchen.

3. Berücksichtige deine tatsächliche Airbnb-Gebühr

Prüfe deinen Gebührenabzug anhand einer konkreten Buchung und der aktuellen Einstellungen deiner Unterkunft. Übernimm keinen Prozentsatz ungeprüft aus einem älteren Ratgeber.

Airbnb beschreibt derzeit den Übergang von der geteilten zur allein vom Gastgeber getragenen Servicegebühr. Bei dieser einheitlichen Gebührenstruktur nennt Airbnb für die meisten Gastgeber 15,5 Prozent; Abweichungen sind möglich. Der Wechsel betrifft neue Buchungen, bereits bestehende bleiben davon unberührt. Die Berechnungsgrundlage umfasst auch vom Gastgeber berechnete Gebühren, beispielsweise für die Reinigung. Soweit anwendbar, ist die Umsatzsteuer auf die Servicegebühr bereits im angezeigten Gebührenbetrag enthalten. Details findest du bei Airbnb zu den Servicegebühren.

Für die folgenden Rechenbeispiele nehmen wir 15,5 Prozent Abzug an. Das ist eine Modellannahme, kein für jede Unterkunft gültiger Satz.

Wenn du nach diesem Abzug 100 Euro erhalten möchtest, lautet die Rechnung:

Benötigter Preis = 100 Euro ÷ 0,845 = rund 118,34 Euro.

Ein einfacher Aufschlag von 15,5 Prozent reicht dafür nicht: Von 115,50 Euro bleiben nach dem angenommenen Abzug nur rund 97,60 Euro.

Dieses Rückwärtsrechnen brauchst du gleich für deinen kostendeckenden Nachtpreis. Übertrage dabei den tatsächlich auf dich zutreffenden Abzug in die Rechnung.

4. Berechne deinen kostendeckenden Nachtpreis und dein Preisziel

Nehmen wir eine beispielhafte Ferienwohnung mit folgenden Planwerten:

PositionAnnahme
Monatliche Fixkosten einschließlich angesetzter laufender Arbeitszeit900 Euro
Variable Kosten je belegter Nacht12 Euro
Reinigung und Wäsche einschließlich Wechselarbeit je Aufenthalt60 Euro
Erwartete belegte Nächte im Monat18
Durchschnittliche Aufenthaltsdauer3 Nächte
Daraus folgende Gästewechsel6
Angenommener Plattformabzug15,5 Prozent

Im Beispiel wird keine zusätzliche Reinigungsgebühr erhoben. Die Reinigung muss vollständig aus dem Nachtpreis finanziert werden.

Es handelt sich um eine vereinfachte Betriebskalkulation. Umsatz- oder Beherbergungssteuern, Finanzierungskosten, zusätzliche Verwalterprovisionen und persönliche Ertragsteuern sind hier nicht gesondert enthalten. Ergänze die für deine Unterkunft relevanten Positionen, bevor du daraus einen eigenen Preis ableitest.

Zuerst die monatlichen Kosten

Bei 18 belegten Nächten entstehen:

  • 900 Euro Fixkosten,
  • 18 × 12 Euro = 216 Euro variable Nachtkosten,
  • 6 × 60 Euro = 360 Euro Wechselkosten.

Zusammen sind das 1.476 Euro. Auf 18 belegte Nächte verteilt brauchst du nach dem Plattformabzug 82 Euro pro Nacht, um diese angesetzten Kosten zu decken.

Der notwendige Nachtpreis vor dem angenommenen Abzug beträgt:

82 Euro ÷ 0,845 = rund 97,04 Euro.

Für einen auf volle Euro gerundeten kostendeckenden Ansatz wären das mindestens 98 Euro – weiterhin unter genau diesen Annahmen. Ein Puffer für Abweichungen ist darin praktisch noch nicht vorhanden.

Dann dein gewünschter Überschuss

Du möchtest zusätzlich 360 Euro monatlichen Planüberschuss erzielen. Dafür müssen nach dem Plattformabzug insgesamt 1.836 Euro übrig bleiben:

(1.476 Euro Kosten + 360 Euro Zielüberschuss) ÷ 18 Nächte ÷ 0,845 = rund 120,71 Euro.

Bei 121 Euro je Nacht, 18 belegten Nächten und unveränderten Kosten beträgt der rechnerische Überschuss 364,41 Euro.

Das ist zunächst dein kalkuliertes Preisziel. Ob der Markt es akzeptiert, musst du gesondert prüfen. Auch sind ein geplantes Betriebsergebnis und der tatsächlich verfügbare Betrag auf deinem Konto nicht immer identisch, etwa wenn größere Anschaffungen oder Kreditraten anstehen.

Prüfe, wie empfindlich die Rechnung auf Leerstand reagiert

Die angenommene Auslastung beeinflusst deinen erforderlichen Durchschnittspreis erheblich:

Belegte Nächte im MonatGästewechsel bei jeweils 3 NächtenKostendeckender Nachtpreis, gerundet
124126,63 Euro
18697,04 Euro
24882,25 Euro

Die übrigen Annahmen bleiben gleich; ein Zielüberschuss ist in dieser Tabelle nicht enthalten.

Du kannst deine Unterkunft also nicht allein dadurch wirtschaftlich machen, dass du in deiner Tabelle mehr Buchungen einträgst. Rechne mit einem vorsichtigen, einem realistischen und einem starken Szenario. Bei ausgeprägter Saisonalität lohnt sich zusätzlich eine Planung für das gesamte Jahr.

5. Vergleiche Angebote, zwischen denen dein Gast tatsächlich wählen würde

Jetzt kommt der Markt hinzu. Suche für konkrete Reisedaten und die passende Personenzahl nach Unterkünften, die dein Gast ebenfalls buchen könnte.

Vergleiche beispielsweise fünf bis zehn Angebote nach Lage, Unterkunftsart, Schlafzimmern, Ausstattung und Gesamtpreis. Berücksichtige auch Unterschiede bei Bewertungen, Stornierungsbedingungen und dem Eindruck des Inserats.

Ein Apartment mit zwei getrennten Schlafzimmern ist für zwei gemeinsam reisende Paare nicht automatisch mit einem Apartment samt Schlafsofa vergleichbar. Ein günstigerer Preis erklärt sich manchmal bereits durch einen solchen Unterschied.

Notiere zu jedem Angebot:

  • Reisedaten und Gästezahl,
  • Gesamtpreis des Aufenthalts,
  • relevante Vorteile und Einschränkungen,
  • Datum deiner Beobachtung.

Airbnb bietet außerdem einen Vergleich ähnlicher Inserate an. Die dort dargestellten typischen Nachtpreise entsprechen jedoch nicht zwingend dem gesamten Reisepreis. Bereits gebuchte Durchschnittspreise und Preise noch verfügbarer Angebote liefern unterschiedliche Informationen: Ein ausgeschriebener Preis belegt noch keine Zahlungsbereitschaft. Die Funktion kann unter anderem bei aktivierter intelligenter Preisgestaltung fehlen. Siehe Airbnb: ähnliche Inserate vergleichen.

Auch ein von außen blockierter Kalender beweist nicht, dass eine Unterkunft zu ihrem angezeigten Preis ausgebucht wurde. Eigentümer können Termine beispielsweise für die eigene Nutzung sperren.

Liegt dein notwendiger Preis deutlich über vergleichbaren Angeboten, untersuche die Ursache. Sind deine Kosten zu hoch? Ist die Auslastung zu optimistisch angesetzt? Oder bietet deine Unterkunft einen Mehrwert, den Fotos und Beschreibung noch nicht verständlich vermitteln?

Eine Preissenkung allein beantwortet diese Fragen nicht. Manchmal liegt der nächste sinnvolle Schritt in einer besseren Präsentation, längeren Aufenthalten oder einem effizienteren Betrieb.

6. Baue einen Preiskalender für unterschiedliche Nachfrage

Ein einziger Preis für das ganze Jahr macht die Verwaltung einfach. Er bildet aber Unterschiede zwischen ruhigen Wochentagen, Ferienzeiten und gefragten Veranstaltungen kaum ab.

Beginne mit wenigen nachvollziehbaren Kategorien:

ZeitraumWas du vor der Preisentscheidung prüfen solltest
Schwache NachfrageWie viele passende Alternativen sind verfügbar, und wie entwickeln sich deine Anfragen?
Gewöhnliche ReisetageWelcher Preis führt bei vergleichbaren Bedingungen zu passenden Buchungen?
Häufig gefragte TageSind Wochenenden oder bestimmte Wochentage bei deiner Zielgruppe tatsächlich stärker?
Besondere TermineWelche bestätigten Veranstaltungen oder Ferien beeinflussen deine konkrete Lage?

Ein höherer Wochenendpreis ist nicht überall sinnvoll. Eine Unterkunft für Geschäftsreisende kann unter der Woche stärker nachgefragt werden. Prüfe deshalb deine eigenen Buchungen, sobald ausreichend Daten vorhanden sind.

Markiere besondere Termine frühzeitig und überprüfe deren tatsächliche Relevanz. Ein großes Ereignis in einer anderen Stadt erzeugt nicht automatisch Nachfrage nach deiner Wohnung.

Beobachte außerdem den Buchungsvorlauf: Wie viele Tage vor Anreise buchen deine Gäste gewöhnlich? Ein offener Termin in drei Monaten kann völlig normal sein. Derselbe Termin kurz vor der Anreise verdient eventuell eine andere Entscheidung.

Lege dir kurze Notizen an: „Preis für diese drei Wochenenden angepasst, weil …“. So kannst du später nachvollziehen, worauf deine Entscheidungen beruhten.

7. Kalkuliere Aufenthaltsdauer und Reinigung gemeinsam

Je kürzer der Aufenthalt, desto stärker verteilen sich die Kosten eines Gästewechsels auf die einzelnen Nächte.

Bei 60 Euro Wechselkosten ergibt sich beispielsweise:

AufenthaltsdauerWechselkosten pro Nacht
2 Nächte30 Euro
3 Nächte20 Euro
7 Nächterund 8,57 Euro

Diese Rechnung erklärt, warum ein längerer Aufenthalt mehr Spielraum bieten kann. Sie gilt allerdings nur, wenn die tatsächlichen Wechselkosten gleich bleiben. Zusätzliche Zwischenreinigungen oder andere Leistungen musst du ergänzen.

Eine separate Reinigungsgebühr verändert die Darstellung

Berechnest du die Reinigung separat, gehört sie sowohl in den Gesamtpreis für den Gast als auch in deine Erlösrechnung. Die tatsächlichen Reinigungskosten bleiben auf der Kostenseite stehen.

Im Modell mit 15,5 Prozent Abzug bleiben von 60 Euro berechneter Reinigungsgebühr 50,70 Euro übrig. Kostet der Wechsel tatsächlich 60 Euro, muss die Differenz an anderer Stelle gedeckt sein.

Vergleiche daher immer den gesamten Aufenthalt. Eine geringe Übernachtungsrate mit einer hohen zusätzlichen Pauschale kann bei zwei Nächten anders wirken als bei einer Woche.

Längere Aufenthalte brauchen eine eigene Rechnung

Airbnb sieht Wochenrabatte ab sieben Nächten und Monatsrabatte ab 28 Nächten vor. Diese Schwellen beschreiben die Rabattfunktion; sie ersetzen keine Prüfung deiner sonstigen Rahmenbedingungen. Informationen dazu findest du bei Airbnb zu Wochen- und Monatsrabatten.

Bevor du einen Nachlass festlegst, frage dich: Welche Wechsel spare ich tatsächlich? Welche zusätzlichen Leistungen fallen an? Und welche möglicherweise stärkeren Termine blockiert dieser Aufenthalt?

Ein langer Aufenthalt über mehrere besonders gefragte Wochenenden kann bei einem pauschalen Rabatt günstiger verkauft werden, als du beabsichtigt hast. Rechne deshalb mindestens einen typischen und einen besonders nachfragestarken Zeitraum durch.

8. Entscheide über Buchungslücken anhand des zusätzlichen Beitrags

Zwischen zwei Reservierungen bleiben zwei Nächte frei. Dein regulärer Preis wird dafür bislang nicht gebucht. Solltest du günstiger anbieten?

Prüfe zuerst, ob die Lücke überhaupt buchbar ist. Bei einem Mindestaufenthalt von drei Nächten lässt sich eine Lücke von zwei Nächten nicht allein durch einen niedrigeren Preis schließen.

Danach untersuchst du, welchen zusätzlichen Betrag eine Buchung nach ihren zusätzlichen Kosten beitragen würde.

Angenommen, du bietest die beiden Nächte für jeweils 80 Euro an, ohne separate Reinigungsgebühr. Unter unseren Modellannahmen ergibt sich:

  • 160 Euro Übernachtungserlös,
  • abzüglich 15,5 Prozent Plattformabzug: 135,20 Euro,
  • abzüglich 24 Euro Nachtkosten,
  • abzüglich 60 Euro für den zusätzlichen Gästewechsel.

Es bleiben 51,20 Euro zur Deckung bereits anfallender Fixkosten.

Die Buchung liegt unter dem zuvor errechneten kostendeckenden Durchschnittspreis. Sie kann trotzdem einen positiven zusätzlichen Beitrag leisten, wenn die Nächte sonst leer blieben und sie keine bessere Buchung verdrängt.

Prüfe dafür auch die Organisation: Ist der zusätzliche Wechsel machbar? Entstehen weitere Anfahrten? Muss jemand kurzfristig einspringen? Solche Kosten können den Beitrag wieder aufzehren.

Diese Betrachtung eignet sich für begründete Einzelentscheidungen. Wenn du dauerhaft Preise brauchst, die nur die zusätzlichen Kosten decken, bleibt deine gesamte Kalkulation unzureichend finanziert.

9. Gib jedem Rabatt einen konkreten Zweck

Ein Rabatt sollte ein erkennbares Problem lösen: einen schwachen Zeitraum beleben, einen wirtschaftlich sinnvollen längeren Aufenthalt ermöglichen oder eine kurzfristige Lücke schließen.

„Vielleicht kommen dann mehr Buchungen“ ist als alleinige Begründung zu ungenau.

Wie stark sich ein Nachlass auswirkt, zeigt eine weitere Modellrechnung. Wir behalten die Kosten von 82 Euro je belegter Nacht und den angenommenen Plattformabzug bei:

Rechnung pro NachtOhne RabattMit 10 Prozent Rabatt
Übernachtungspreis120 Euro108 Euro
Nach dem Plattformabzug101,40 Euro91,26 Euro
Angesetzte Kosten82 Euro82 Euro
Rechnerischer Überschuss19,40 Euro9,26 Euro

Bei unveränderter Belegung und Aufenthaltsdauer wird der Überschuss in diesem Beispiel mehr als halbiert. Zusätzliche wirtschaftliche Buchungen könnten das ausgleichen – ob sie entstehen, musst du beobachten.

Halte vor jeder Aktion fest, für welche Termine sie gilt, welche Buchungen du damit erreichen möchtest und wann du das Ergebnis prüfst. Kontrolliere anschließend die tatsächlich wirksamen Preise für verschiedene Aufenthaltslängen.

Welche Airbnb-Aktionen sich dafür eignen und wie du sie gezielt einsetzt, vertiefen wir im nächsten Ratgeberartikel zu Promotions und Rabatten.

10. Nutze automatische Preise mit überprüfbaren Grenzen

Automatische Preissteuerung kann dir wiederkehrende Arbeit abnehmen. Sie benötigt trotzdem eine wirtschaftliche Grundlage und regelmäßige Kontrollen.

Bei Airbnbs intelligenter Preisgestaltung legst du einen Mindest- und einen Höchstpreis fest. Einzelne Termine lassen sich manuell überschreiben. Besonders relevant: Zusätzliche Rabatte können dazu führen, dass der tatsächlich berechnete Preis unter den hinterlegten Mindestpreis fällt. Siehe Airbnb zur intelligenten Preisgestaltung.

Teste deshalb nach der Einrichtung mindestens diese Fälle: einen gewöhnlichen kurzen Aufenthalt, eine Woche, einen Aufenthalt ab 28 Nächten, eine Buchung mit Rabatt und einen besonders gefragten Termin.

Die Vorschau einer einzelnen Nacht reicht dafür nicht immer aus. Airbnb weist darauf hin, dass seine Nachtpreisaufschlüsselung auf einer Nacht für eine Person basiert und beispielsweise Reinigungs- sowie zusätzliche Gästegebühren darin nicht enthalten sind. Prüfe ergänzend den konkreten Aufenthalt mit den passenden Daten und der richtigen Personenzahl. Eine Buchung musst du dafür nicht abschließen. Quelle: Airbnb zur Preisaufschlüsselung.

Wenn du zusätzlich eine Verwaltungssoftware oder ein externes Preistool nutzt, kläre, welches System die Preise letztlich übermittelt. Dokumentiere, wo du Änderungen vornehmen musst und wann diese im Kalender ankommen. Andernfalls kannst du einen Preis anpassen und später feststellen, dass ein anderes System ihn wieder überschrieben hat.

11. Kontrolliere dein Ergebnis mit wenigen aussagekräftigen Kennzahlen

Für den Einstieg reichen wenige Werte, die du konsequent gleich berechnest:

  • Auslastung: gebuchte Nächte geteilt durch die für Gäste angebotenen Nächte desselben Zeitraums.
  • Durchschnittlicher Übernachtungserlös: Übernachtungserlös nach Rabatten geteilt durch gebuchte Nächte, ohne separat berechnete Reinigung.
  • Betriebliches Planergebnis: Erlöse abzüglich Plattformabzügen und sämtlicher in deiner Planung berücksichtigten Kosten.
  • Gästewechsel und Arbeitszeit: Wie viel Aufwand entsteht, um dieses Ergebnis zu erreichen?

Beim Nenner der Auslastung zählen für diese Auswertung die gebuchten und die noch buchbaren Nächte zusammen. Separat gesperrte Nächte erfasst du zusätzlich mit ihrem Grund. Sonst kann deine Quote schon dadurch steigen, dass du bisher freie Termine blockierst.

Vergleiche passende Zeiträume. Ein Ferienmonat und ein ruhiger Wintermonat liefern keine faire Bewertung einer einzelnen Preisänderung. Auch neue Fotos, zusätzliche Bewertungen oder geänderte Mindestaufenthalte können die Buchungen beeinflussen.

Eine kurze wöchentliche Routine hilft:

  1. Prüfe neue Buchungen, freie Termine und auffällige Lücken.
  2. Vergleiche bei Bedarf die Gesamtpreise einiger passender Alternativen.
  3. Entscheide über konkrete Termine und dokumentiere deine Begründung.
  4. Kontrolliere nach Änderungen, ob die gewünschten Aufenthalte buchbar sind und die Preise stimmen.

Einmal monatlich ergänzt du tatsächliche Kosten und Ergebnisse. So werden aus anfänglichen Annahmen nach und nach belastbare Erfahrungswerte.

12. Lege jetzt deine erste nachvollziehbare Preisstrategie fest

Du musst deinen gesamten Kalender nicht in einem Anlauf perfektionieren. Beginne mit einer Unterkunft und einem überschaubaren Zeitraum.

Diese sieben Schritte geben dir eine Grundlage:

  • Fixkosten, Nachtkosten und Wechselkosten erfassen.
  • Eigene Arbeitszeit und notwendige Rücklagen berücksichtigen.
  • Tatsächlichen Gebührenabzug prüfen.
  • Belegung und Aufenthaltsdauer vorsichtig planen.
  • Kostendeckenden Durchschnittspreis und Zielpreis berechnen.
  • Vergleichbare Aufenthalte am Markt sowie besondere Termine prüfen.
  • Endpreise nach Rabatten kontrollieren und einen Überprüfungstermin setzen.

Schreibe anschließend einen Satz auf: „Mein Preis passt, wenn …“

Ergänze ihn mit deinem eigenen Ziel. Beispielsweise: „… meine realistisch erwarteten Buchungen alle angesetzten Kosten decken, meine Arbeitszeit berücksichtigen und den geplanten Überschuss ermöglichen.“

Damit bekommt jede Preisentscheidung einen Bezugspunkt. Du kannst erklären, weshalb ein starkes Wochenende mehr kostet, warum du eine bestimmte Lücke günstiger anbietest und weshalb du einen anderen Aufenthalt zu diesem Preis ablehnst.

Deine nächste Aufgabe ist deshalb konkret: Rechne eine typische Buchung deiner Unterkunft vollständig durch. Was zahlt der Gast? Was kommt bei dir an? Was bleibt nach deinem tatsächlichen Aufwand? Genau dort beginnt eine Preisgestaltung, die du mit Überzeugung vertreten kannst.

Häufige Fragen zur Airbnb-Preisgestaltung

Wie finde ich den richtigen Airbnb-Preis pro Nacht?

Berechne zunächst deinen erforderlichen Durchschnittspreis aus Kosten, realistischer Belegung, Aufenthaltsdauer und tatsächlichen Gebühren. Vergleiche anschließend passende Angebote für dieselben Reisedaten und dieselbe Gästezahl. Daraus entwickelst du Preise für unterschiedliche Nachfragezeiten. Einen allgemein passenden Eurobetrag gibt es nicht.

Sollte ich möglichst 100 Prozent Auslastung anstreben?

Eine volle Belegung kann sinnvoll sein, wenn Preise, Arbeitsaufwand und Ergebnis zu deinem Ziel passen. Als alleinige Zielgröße ist sie unzureichend. Berücksichtige auch Wartungszeiten, zusätzliche Gästewechsel und den Überschuss. Mehr belegte Nächte garantieren kein besseres Ergebnis.

Muss ich die Reinigung separat berechnen?

Für deine Kalkulation kannst du sie über den Nachtpreis, eine zusätzliche Gebühr oder eine Kombination finanzieren. Entscheidend ist, dass du die tatsächlichen Kosten einschließlich Arbeitszeit deckst und den gesamten Aufenthalt aus Gästesicht prüfst. Vermeide, die gleiche Kostenposition zweimal anzusetzen.

Kann ich den gleichen Nachtpreis für kurze und lange Aufenthalte verwenden?

Das ist möglich, bildet unterschiedliche Kosten pro Nacht aber nur eingeschränkt ab. Bei längeren Aufenthalten verteilen sich Wechselkosten auf mehr Nächte. Gleichzeitig können zusätzliche Leistungen anfallen oder starke Termine gebunden werden. Rechne deshalb längere Aufenthalte gesondert durch, bevor du einen Rabatt festlegst.

Wie oft sollte ich meine Preise ändern?

Kontrolliere regelmäßig und ändere Preise, wenn du dafür einen nachvollziehbaren Anlass hast. Eine wöchentliche Prüfung ist ein praktikabler Ausgangspunkt; kurzfristige Lücken oder besondere Termine können zusätzliche Aufmerksamkeit verdienen. Lass Änderungen genügend Zeit, um sie anhand deines üblichen Buchungsvorlaufs beurteilen zu können.

Recherchestand: 4. Oktober 2026. Teil 27 des BnBnow-Airbnb-Ratgebers.

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